English French German Italian Russian

суббота, 10 июля 2021 г.

Schwarzfahren

 


Wie die Bild berichtet, erklärte die Münchner Verkehrsgesellschaft (#MVG) auf Anfrage der Zeitung, dass es sich bei dem Entfernen des Wortes um eine "Maßnahme für eine zeitgemäßere Kommunikation" handelt. Statt der bisher üblichen Aufkleber "#Schwarzfahren kostet 60 Euro!", gibt es nun folgende Formulierung in #München zu lesen: "Ehrlich fährt am längsten."


Die Münchner ziehen damit mit den Berlinern gleich. Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) haben das Wort "Schwarzfahren" bereits aus ihrer gesamten Kommunikation entfernt. Wie die Bild schreibt, als eine Folge des sogenannten "Diversity-Programms", das der rot-grüne Berliner Senat im September 2020 beschlossen hatte.

Auch die #BVG bestätigte auf Anfrage der Zeitung, dass es nun ohne Ausnahme statt "Schwarzfahren" nur noch "Fahren ohne gültigen Fahrschein" heißt. Die Bild verweist in ihrem Beitrag auf einen Kommentar des Sprachwissenschaftlers Eric #Fuß in der Münchner Abendzeitung, der dort erklärt hatte, dass "Schwarzfahren" vom jiddischen Wort "#shvarts" (Armut) stamme. Es habe also nichts mit #Rassismus zu tun, sondern beschreibe lediglich Menschen, die zu arm seien, sich einen Fahrschein zu kaufen.

Laut der Bild weiß die BVG das auch. Trotzdem wolle das Unternehmen die "Diversity"-Vorgaben des Senats einhalten.

вторник, 4 мая 2021 г.

Putins Jahresbotschaft an Föderationsversammlung

 

Аm 21. April, hielt Wladimir Putin seine jährliche Rede zur Lage der Nation.

Seit 2008 richtete Putin traditionell seine Jahresbotschaften kurz vor dem Jahreswechsel. 2017 musste die Veranstaltung auf März 2018 verschoben werden. Und im Jahre 2020 fand diese im Januar statt.

Wie im vorigen Jahr fand die Veranstaltung in der zentralen Ausstellungshalle „Manege“ statt. Unter den Eingeladenen waren laut dem Kreml-Sprecher Dmitri Peskow Regierungsmitglieder, Abgeordnete, Senatoren sowie Gouverneure. Die Pandemie hat das Verfahren für die Zulassung der Presse zu der Veranstaltung angepasst: Journalisten mussten dreimal einen Coronavirustest machen und negative Ergebnisse vorweisen.

Die Themen der Botschaft werden traditionell im Voraus nicht angekündigt. Putins Pressesprecher Dmitri Peskow legte aber offen, die Ansprache an das Parlament werde „post-covidal” sein und sei dem Ausstieg aus der Pandemie-Krise gewidmet.

11:09 21.04.2021

Am Anfang nennt Putin die Hauptthemen seiner Botschaft: Gesundheitswesen, Soziales, Wirtschaft, Außenpolitik und Sicherheit.

11:11 21.04.2021

Der russische Präsident spricht über den Beginn der Corona-Pandemie: „Die Epidemie schritt voran, aber neben der Angst bestand die Gewissheit, dass Russland alle Herausforderungen bewältigen wird”.

11:12 21.04.2021

Putin bedankte sich bei den Medizinern, die im Kampf gegen Corona ihr Leben riskiert hatten, sowie bei den Forschern, die ihren Beitrag zur Bekämpfung des Virus leisteten.

11:16 21.04.2021

Die Pandemie hat die demografische Lage im Land stark getroffen, Russland wird aber seine Ziele nicht aufgeben, beteuerte Putin. Man müsse ein nachhaltiges Bevölkerungswachstum erzielen.

11:18 21.04.2021

Die „Erhaltung des Volkes” sei Russlands „oberste nationale Priorität”.

11:22 21.04.2021

Putin wies auf die Wichtigkeit der Immunisierung hin und rief alle russischen Bürger dazu auf, sich zu impfen: denn es gebe keinen anderen Weg, die Infektion zu stoppen – nur mit „unvorhersehbaren Folgen” die Krankheit durchzustehen.

11:25 21.04.2021

Das globale Gesundheitswesen stehe am Rande einer Revolution, sagte der russische Staatschef. Diese Revolution dürfe Russland nicht versäumen – die Aufgabe des Landes sei es, entsprechende Technologien zu entwickeln.

11:35 21.04.2021

Die Pandemie hat das Wohlergehen der Menschen weltweit beeinträchtigt, auch Russland musste mt steigenden Preisen rechnen.

Zur Stabilisierung der steigenden Preise sind Marktmechanismen notwendig, daher werden die Behörden Lebensmittelpreise nicht bestimmen, beteuerte Putin.

11:45 21.04.2021

Russland muss im Falle einer neuen gefährlichen Epidemie bereit sein, binnen vier Tagen Tests zu entwickeln.

11:49 21.04.2021

Nun geht Putin zum Thema Klimaschutz über.

Treibhausgase-Werte sollten in Russland niedriger sein als in der EU, sagte er.

11:50 21.04.2021

Neue Energien, die pharmazeutische Branche sowie Folgen des Klimawandels sollten zum Antrieb der Modernisierung der russischen Industrie werden.

11:51 21.04.2021

In den zwölf großten Industrie-Zentren müssen Ausstoße schädlicher Gase um 20 Prozent reduziert werden.

12:06 21.04.2021

Putin beauftragte regionale Behörden damit, Lösungen für einen Zugang der Bürger zu sicherer und sauberer Energie zu erarbeiten.

12:12 21.04.2021

Jetzt spricht der russische Präsident über die Außenpolitik.

„Wenn andere Länder keinen Dialog wollen und einen arroganten Ton wählen, wird Russland einen Weg finden, um seine Interessen zu schützen”.

12:13 21.04.2021

Russland sei ein gastfreundliches Land, das für echte Freunde offen sei, sagte Putin. Sobald es die Situation erlaubt, wird Russland wieder den Touristen die Einreise gestatten.

12:17 21.04.2021

Russland benehme sich trotz Provokationsversuche zurückhaltend, sagte Putin. Aber: „Die Organisatoren jeglicher Provokationen werden es so bereuen, wie sie lange nichts bereut haben”.

12:18 21.04.2021

Russland werden Geduld und Kompetenz für jegliche Vergeltungsmaßnahmen reichen.

12:23 21.04.2021

Um Russland, sagt Putin, „versammeln sich, wie um Shere Khan, alle Arten von Hyänen”.

12:27 21.04.2021

Er erinnerte daran, dass der Westen auf den versuchten Mord des weißrussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko nicht reagiert habe.

„Man darf jede Stellungsnahme gegenüber Lukaschenko haben, aber die Praxis, Morde zu organisieren, – das ist zu viel”.

12:30 21.04.2021

Putin erinnerte daran, dass die russischen Streitkräfte mit den Raketen „Kalibr”, „Kinschal” und „Zirkon” nachgerüstet werden. Das Raketensystem „Avantgarde” und der Laserkomplex „Pereswet” seien bereits im Bestand, bald solle die Armee auch „Sarmat”-Raketen erhalten.

12:35 21.04.2021

Putin unterstrich die Wichtigkeit der Bildung eines neuen Sicherheitssystems. Dabei haben die fünf Kernwaffenmächte besondere Rolle.

12:36 21.04.2021

Putin rief wieder dazu auf, ein Treffen der ständigen Mitglieder des Uno-Sicherheitsrats durchzuführen.

12:37 21.04.2021

Russland versuche, die Konfliktregelung in Syrien und in Libyen zu fördern.

12:38 21.04.2021

Am Ende seiner Rede wandte sich Putin an die russischen Bürger und versprach, alles Nötige zu tun, umd die gesetzten Ziele zu erreichen.

 

суббота, 12 декабря 2020 г.

Stefan Zweig - Brief einer Unbekannten.pdf

Die Seiten 10-12: "Mein Kind ist gestern gestorben – drei Tage und drei Nächte habe ich mit dem Tode um dies kleine, zarte Leben gerungen, vierzig Stunden bin ich, während die Grippe seinen armen, heißen Leib in Fieber schüttelte, an seinem Bette gesessen..." 

Stefan Zweig: Brief einer Unbekannten

 Von der Liebe einer Frau, die bis in den Tod andauert. Von der Gedankenlosigkeit des Mannes, der nimmt, aber alles sofort wieder vergisst.

Als Mädchen von 13 Jahren verliebt sie sich unsterblich in den Mann, der in die Wohnung nebenan einzieht. Sie fiebert zufälligen Begegnungen im Stiegenhaus oder vor der Haustüre entgegen, sie späht durch das Schlüsselloch, um einen Blick auf ihn zu erhaschen, sie beobachtet die Fenster seiner Wohnung, um zu sehen, wo er Licht macht, wo er sich gerade aufhält.

Zuerst noch eine mädchenhafte Schwärmerei, wird es immer mehr zu tiefer Liebe und dann zu einer wahren Obsession.

Ihre Mutter heiratet und zieht mit ihr von Wien nach Innsbruck. Für sie bricht eine Welt zusammen. Obgleich sie in Innsbruck viel Zuneigung und Geborgenheit von Mutter und Stiefvater erfährt, so kann sie es doch nicht erwarten, nach Wien zurück zu kehren.

Wenige Jahre später kann sie endlich zurück. Tagsüber bei der Arbeit, zieht es sie danach jeden Tag wieder zur Wohnung des Angebeteten – bis es soweit ist und sie endlich mit ihm ins Gespräch kommt. Sie ist nun 18 Jahre alt, eine junge, schöne Frau, zu der er sich hingezogen fühlt. Doch in der jungen Frau erkennt er das kleine Mädchen, dass einst Tür an Tür mit ihm wohnte, nicht.

Drei Nächte verbringt sie mit ihm; dann muss er verreisen, verspricht, sich nach seiner Rückkehr sofort zu melden. Doch das geschieht nicht, nichts ist von ihm zu hören. Aus den kurzen Affäre aber entstand ein Kind.

Sie bringt das Kind alleine zur Welt, verrät niemandem etwas von der Schwangerschaft. Um Geld zu verdienen, beginnt sie, sich zu verkaufen. Ihre Schönheit zieht Liebhaber an. Viele wollen mit ihr den Bund fürs Leben eingehen, mit ihr und ihrem Kind eine Familie gründen. Doch sie lehnt das immer wieder ab: standhaft, ausdauernd, in Gedanken immer bei ihrer immerwährenden Liebe.

Und schließlich kommt es zu einem neuerlichen Zusammentreffen. Er nimmt sie mit in seine Wohnung, diesmal im Bewusstsein, dass er für eine Liebesnacht bezahlt muss. Aber er erkennt sie wieder nicht.

Das Kind stirbt nach wenigen Jahren und sie sieht auch das Ende ihres eigenen Lebens vor sich. Vor ihrem Tod, sie mag noch keine 30 Jahre alt sein, schreibt sie dem Geliebten einen Brief, in dem sie ihm ihr ganzes Leben erzählt. Erst jetzt, als er dieses Brief liest, versteht er, warum er Jahr für Jahr zu seinem Geburtstag ein Geschenk erhielt – und warum es diesmal nicht kam.

Stefan Zweig beschreibt auf den nur knapp 80 Seiten eine Frau, ihr Leben und den Mann, an den sie schreibt. Mehr benötigt er nicht, um uns alles mitzuteilen, was man über die beiden Menschen wissen muss.

Der Brief ist eine furchtbar deprimierende Liebeserklärung, denn man weiß von Beginn an, warum er geschrieben wurde. Und er ist eine Anklage, ohne jemals anklagend zu sein. 

Sie liebt und findet keinen Weg aus dieser für sie so unseligen Verbindung. Ihre Gefühle ziehen sie immer mehr ins Verderben, doch sie kann sich nicht dagegen wehren, obwohl man ihr so viele Chance für einen Ausweg bietet.

Er lebt, liebt aber nicht. Seine Liebschaften, seine Affären ziehen vorbei, hinterlassen keinen Eindruck. Das eine geht, das nächste kommt, nichts ist wert, in Erinnerung zu bleiben.

Eine Verbindung zwischen so unterschiedlichen Charakteren ist niemals möglich. Man kann es nur erkennen und ihn vergessen; oder untergehen.

Noch viel mehr als Inhalt und Stil dieser Novelle beschäftigt mich die Frage nach dem Warum: warum schrieb Stefan Zweig dieses kleine Drama, was war der Ausgangsgedanke? War es ein wahres Ereignis oder ist es reine Fiktion?

Nun denn: der „Brief einer Unbekannten“ ist schnell gelesen, zur Seite legen wird kaum in Frage kommen. Während man ihn liest, ist man davon gefangen, ist erschüttert von ihrem Tod und dem Tod ihres Kindes, ist ratlos, ob der unerschütterlichen Zuneigung, ist überrascht, wie viele literarische Wendungen es gibt, um jemandem seine Liebe zu erklären. Doch, jedenfalls mir erging es so, ist man fertig mit dem Lesen, legt man es zur Seite und wendet sich ohne weiteren Gedanken daran dem nächsten Buch zu.

суббота, 5 декабря 2020 г.

среда, 25 ноября 2020 г.

Die Küchenuhr: Text zur Analyse

Die Küchenuhr von Wolfgang Borchert 

Es gibt noch weitere Merkmale, die typisch für Kurzgeschichten sind. Das bedeutet aber nicht, dass alle diese Merkmale auch in allen Kurzgeschichten vorkommen müssen.

Merkmale von Kurzgeschichten

Wichtige Merkmale von Kurzgeschichten sind:

- relativ kurz

- keine Einleitung, sondern unmittelbarer Beginn der Handlung

(beginnt in medias res)

- keine ausführliche Vorstellung der Figuren oder des Handlungsortes: keine Exposition

- beschränkt auf wenige Figuren

- beschränkt auf ein zentrales Thema oder einen zentralen Konflikt

- meistens werden alltägliche Probleme behandelt

- häufig in Alltagssprache oder sogar Umgangssprache geschrieben

- meist plötzliches und offenes Ende

Beispiele für die Merkmale einer Kurzgeschichte

Wir möchten Ihnen anhand der Kurzgeschichte „Die Küchenuhr“ von Wolfgang Borchert einmal die angeführten Merkmale erläutern und grob skizzieren. 

Sie sahen ihn schon von weitem auf sich zukommen, denn er fiel auf. Er hatte ein ganz altes Gesicht, aber wie er ging, daran sah man, dass er erst zwanzig war. Er setzte sich mit seinem alten Gesicht zu ihnen auf die Bank. Und dann zeigte er ihnen, was er in der Hand trug.

Diese Passage bildet den Einstieg in den Text und lässt uns schon viele Merkmale im Aufbau erkennen. Der Einstieg ist plötzlich und bringt den Leser unmittelbar ins Geschehen des Textes. Wir erfahren außerdem nicht, wer die Person ist, die da kommt und von den Protagonisten erkannt wird. Lediglich, dass er männlich und um die zwanzig ist, wobei er wohl älter wirkt.

Aber auch das Ende der Geschichte bleibt offen und endet, wenn Er auf das Sterben der Eltern verweist, mit einer Wendung, also einer Pointe, die uns unmittelbar aus dem Geschehen trägt.

Dann fragte die Frau: Und Ihre Familie?
Er lächelte sie verlegen an: Ach, sie meinen meine Eltern? ja, die sind auch mit weg. Alles ist weg. Alles, stellen Sie sich vor. Alles weg

Weiterhin finden wir in Borcherts Text keinerlei Hinweise über die Protagonisten, die allenfalls blass erscheinen. Fortlaufend ist von der Frau, ihnen oder ihm die Rede. Dadurch erfahren wir lediglich durch das handeln der Protagonisten, was diese denken oder auch fühlen. Durch den Erzähler wird uns das nicht vermittelt.

Schauen wir außerdem auf die Protagonisten selbst, können wir in Borcherts Kurzgeschichte ein weiteres Merkmal ausmachen: der Text erzählt von einfachen Personen, keinen Helden und beschreibt dabei die Lebenswirklichkeit der Figuren.

Weiterhin gibt es wenige Protagonisten im Text. Grundsätzlich können wir nur den jungen Mann ausmachen und zwei weitere Personen, die beschrieben werden: nämlich die Frau mit dem Kinderwagen und einen Mann. Alle anderen Zuhörer bleiben stumm und werden nicht näher in der Kurzgeschichte beschrieben.

Schauen wir auf die Erzählperspektive, fällt auf, dass es keinen auktorialen Erzähler bei Borchert gibt, der alle Informationen gewissermaßen weiß. Die Kurzgeschichte ist ausschließlich durch Pronomen (Er, Sie) gekennzeichnet, wodurch eine gewisse Distanz aufrechterhalten wird.

Außerdem ist das zentrale Ereignis überschaubar respektive steht nur dieses im Mittelpunkt. Nämlich die Rückkehr des jungen Mannes und die Begegnung mit den anderen Personen, denen er seine Geschichte erzählt. Die Küchenuhr handelt folglich von einem einzelnen Ereignis. Nämlich der Rückkehr aus dem Krieg, wobei wir uns hier schon in den Bereich der Interpretation vorwagen.

Doch auch hier können wir ein weiteres Merkmal der Kurzgeschichte erkennen. Es wird nicht unmittelbar vom Krieg oder der Heimkehr erzählt und dennoch müssen wir annehmen, dass wir es mit dieser Situation zu tun haben. Das können wir anhand von Metaphern erschließen.

Hinweise wären beispielsweise das alte Gesicht des Protagonisten, das zerstörte Heim oder die Frage, ob man alles verloren habe und die anschließende Bejahung.

Sie haben wohl alles verloren?
Ja, ja, sagte er freudig, denken Sie, aber auch alles! Nur sie hier, sie ist übrig. Und er hob die Uhr wieder hoch, als ob die anderen sie noch nicht kannten.